Glossar

Von A bis Z: In unserem Glossar erklären wir die wichtigsten Fachbegriffe einfach und verständlich. So erhalten Sie schnell einen Überblick über relevante Themen und finden Antworten auf häufige Fragen.
Reanimation / HLW / CPR
Nach Leitlinien gilt für Erwachsene:

1. Bewusstsein prüfen - bewusstlos = Notruf alarmieren

2a. Atmung prüfen - suffiziente Atmung vorhanden = Stabile Seitenlage, Atmung weiter überwachen
2b. Atmung prüfen - keine / abnormale Atmung = mit CPR beginnen

3. High Quality CPR = Drucktiefe 5-6cm / 100-120x/min, komplette Entlastung, Pausen minimieren, falls möglich 30:2 für die Beatmung

Nach Leitlinien gilt für Kinder:

1. Bewusstsein prüfen – bewusstlos = Hilfe rufen / Notruf alarmieren

2a. Atmung prüfen – normale Atmung vorhanden = stabile Seitenlage, Atmung weiter überwachen
2b. Atmung prüfen – keine / abnormale Atmung = 5 initiale Beatmungen durchführen, danach mit CPR beginnen

3. High‑Quality CPR bei Kindern Thoraxkompressionen: ca. 1/3 des Thoraxdurchmessers (≈ 4-5cm) Frequenz: 100–120/min Vollständige Entlastung, Pausen minimieren, falls möglich 15:2 für die Beatmung (bei einem einzelnen, untrainierten Helfer ist auch 30:2 akzeptabel)

AED (Automatisierter Externer Defibrillator)
Ein AED ist für den Einsatz durch Laien konzipiert. Er unterstützt die Schritte der Basismassnahmen (BLS): frühes Erkennen, Notruf, Herzdruckmassage und – falls angezeigt – Defibrillation. Leitlinien (z. B. ERC) betonen dabei hochwertige Thoraxkompressionen und frühe Defibrillation.

Defibrillation: Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort fibra («Faser») ab. Gemeint sind die Muskelfasern des Herzens. Ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) ist ein medizinisches Gerät, das speziell für den Einsatz durch Laienhelferinnen und -helfer entwickelt wurde. Es führt den Anwender Schritt für Schritt durch die lebensrettenden Massnahmen bei einem plötzlichen Herzstillstand und unterstützt so die sogenannte Basisreanimation (Basic Life Support, BLS). Zu diesen grundlegenden Massnahmen gehören: das frühe Erkennen eines Herz-Kreislauf-Stillstands, das sofortige Alarmieren des Rettungsdienstes, die Durchführung von Herzdruckmassage (Thoraxkompressionen), sowie – wenn erforderlich – die Defibrillation mittels Stromstoss. Aktuelle Leitlinien, beispielsweise des European Resuscitation Council (ERC), legen besonderen Wert auf hochwertige, kontinuierliche Thoraxkompressionen und eine möglichst frühzeitige Defibrillation, da diese entscheidend für das Überleben sind.

Automatisiert: Der AED analysiert selbstständig den Herzrhythmus und entscheidet, ob ein Schock erforderlich ist. Man unterscheidet: halbautomatische AEDs: Das Gerät analysiert den Rhythmus; der Schock wird per Knopfdruck durch den Helfer ausgelöst. vollautomatische AEDs: Das Gerät analysiert den Rhythmus und löst den Schock selbstständig aus, sofern erforderlich. In der Schweiz sind hauptsächlich halbautomatische AEDs im Einsatz, da sie dem Helfer die letzte Kontrolle über die Schockabgabe lassen und sich im praktischen Einsatz bewährt haben.

Extern: Im Gegensatz zu implantierten Geräten wird der AED von aussen am Körper angewendet.

Notruf
144 – Sanität / Rettungsdienst → Direkt verbunden mit der zuständigen regionalen Notrufzentrale (Disposition von Ambulanzen / Notarzt) 1414 - Rettungsflugwacht REGA 112 – Allgemeiner europäischer Notruf → Wird ebenfalls an eine Notrufzentrale weitergeleitet (in der Regel Polizei) und an den richtigen Dienst vermittelt 117 – Polizei 118 – Feuerwehr 145 – Tox Info / Vergiftungsnotfall → Medizinische Beratung bei Vergiftungen (24/7)
Überlebenskette / Chain of Survival
Das Konzept zeigt: Jede Minute zählt. Frühe CPR und schnelle Defibrillation erhöhen die Überlebenschance deutlich; danach folgen professionelle Versorgung und Nachsorge (Recovery).
Plötzlicher Herztod
Meist liegt eine schockbare Rhythmusstörung (z. B. Kammerflimmern) vor. Ein schneller AED‑Einsatz kann den Rhythmus unterbrechen und Leben retten. Entscheidend sind sofortige CPR und frühe Defibrillation. Ohne Behandlung sinken die Überlebenschancen pro Minute um etwa 10 %.
Kammerflimmern (Ventricular Fibrillation, VF)
Der AED analysiert den Herzrhythmus und gibt klare Anweisungen für den Anwender. In etwa 50 % der Fälle erkennt das Gerät einen defibrillierbaren Rhythmus und empfiehlt einen Schock. Unabhängig davon gilt: In 100 % der Fälle ist eine hochwertige, möglichst unterbrechungsfreie CPR (Herzdruckmassage) entscheidend für das Überleben. Den Sprach- und Bildanweisungen des AED ist konsequent zu folgen.
Asystolie
Bei nicht‑schockbaren Rhythmen meldet der AED typischerweise «Kein Schock empfohlen». Dann sofort CPR fortsetzen und Anweisungen befolgen.
AED Zubehör (Hub)
Dazu zählen Elektroden, Batterien, Wandkästen, Taschen, Rescue‑Sets oder Ersatzteile. Passendes Zubehör sorgt dafür, dass der AED jederzeit einsatzbereit ist.
AED Elektroden
Elektroden haben eine begrenzte Haltbarkeit und müssen regelmässig kontrolliert und ersetzt werden. Es gibt Erwachsenen‑ und Kinderlösungen sowie modell‑/markenspezifische Varianten. Nach Ablauf des Verfallsdatums kann die leitfähige Gelbeschichtung austrocknen und die Kontaktqualität nachlassen. Zudem besteht das Risiko, dass sich die metallischen Komponenten der Elektrode durch Oxidation oder Korrosion verändern, was die zuverlässige Stromübertragung beeinträchtigen kann.

Auch die Umgebungsbedingungen spielen eine wichtige Rolle: Wird ein AED ungeschützt oder in ungeheizten Aussenbereichen gelagert, können Elektroden bei tiefen Temperaturen einfrieren oder beschädigt werden, was im Ernstfall zu Funktionsproblemen führen kann. Daher ist es entscheidend, stets das passende und zugelassene Zubehör für den jeweiligen AED zu verwenden und auf eine geeignete Lagerung (z. B. beheizte Schutzkästen im Aussenbereich) zu achten.

AED Batterie / Energieversorgung
Moderne AEDs sind heute überwiegend mit Lithium‑Ionen‑Batterien ausgestattet. Diese Technologie bietet über einen langen Zeitraum eine stabile Spannung und hohe Energiedichte, was für die Einsatzbereitschaft eines AED entscheidend ist.

AEDs führen regelmässige Selbsttests durch – in der Regel täglich, wöchentlich und monatlich. Dabei werden zentrale Funktionen des Geräts überprüft; je nach Modell kann im Rahmen dieser Tests auch eine interne Schockabgabe simuliert oder ausgelöst werden. Diese automatischen Systemchecks verbrauchen Energie und beanspruchen die Batterie kontinuierlich. Die Batterielebensdauer ist modellabhängig und kann zwischen verschiedenen Herstellern deutlich variieren. Einige AEDs – darunter Geräte von ZOLL und Mindray – verfügen über besonders langlebige Batterien mit mehrjähriger Standzeit, selbst unter Berücksichtigung der regelmässigen Selbsttests.

Eine lange Batterielebensdauer reduziert:

  • die Häufigkeit von Batteriewechseln
  • den organisatorischen und personellen Wartungsaufwand
  • die laufenden Unterhaltskosten des AED‑Systems

Dadurch leisten Batterien mit hoher Lebensdauer einen wichtigen Beitrag zu einem zuverlässigen und gleichzeitig kosteneffizienten AED‑Betrieb. Leere oder abgelaufene Batterien machen einen AED unbrauchbar – regelmässige automatische Selbsttests in Kombination mit langlebigen Batteriekonzepten erhöhen daher die Betriebssicherheit erheblich.

AED Aufbewahrung
Indoor‑Wandkästen eignen sich für Innenräume; Outdoor‑Wandkästen schützen zusätzlich vor Witterung, Frost und Vandalismus. Sichtbarkeit und Zugänglichkeit sind zentrale Erfolgsfaktoren für den erfolgreichen AED‑Einsatz.

Grundsätzlich kann ein AED auch einfach in einem Schrank aufbewahrt werden. Alternativ stehen Taschen, Halterungen oder spezielle Wandkästen zur Verfügung. Wandkästen bieten den Vorteil, dass der AED klar gekennzeichnet, jederzeit zugänglich und vor unbefugter Nutzung geschützt ist. Viele Modelle verfügen über einen lokalen akustischen Alarm, der beim Öffnen des Kastens ausgelöst wird und so Aufmerksamkeit erzeugt.

Es gibt zudem vernetzte Wandkästen, die in eine bestehende Gebäude‑ oder Haussteuerung eingebunden werden können. Solche Lösungen kommen vor allem in grösseren Infrastrukturen zum Einsatz. Im Aussenbereich ist eine geeignete Aufbewahrung besonders wichtig: Der AED muss in einem witterungsgeschützten Outdoor‑Wandkasten platziert werden, der im Sommer lüftet oder kühlt, Infrarotstrahlung der Sonne durch spezielles Glas reduziert und im Winter beheizt ist. Diese Funktionen schützen insbesondere Batterie und Elektroden vor schädlichen Temperaturextremen und verlängern deren Einsatzfähigkeit.

Zusätzlich existieren Wandkästen mit Alarm‑ und Kommunikationslösungen über Ethernet oder 4G‑SIM‑Karten, die beim Öffnen des Kastens z. B. eine Benachrichtigung an eine definierte Telefonnummer oder an den Notruf 144 auslösen können. Solche Systeme sind technisch möglich, jedoch kostenintensiv und daher eher selten im Einsatz.

AED Register (Defikarte.ch)
Register unterstützen Notrufzentralen und First‑Responder‑Systeme, indem sie Standorte, Zugänglichkeit und Status von Automated External Defibrillators (AEDs) bereitstellen. Ein gepflegtes und aktuelles Register erhöht die Einsatzrate von AEDs und verkürzt die Zeit bis zur Defibrillation – ein zentraler Erfolgsfaktor der Public‑Access‑Defibrillation (PAD).

In der Schweiz existiert kein einheitliches, nationales AED‑Register. Das derzeit grösste und am weitesten verbreitete Register ist Defikarte.ch, welches von verschiedenen Systemen, Organisationen und Einsatzdiensten genutzt wird und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Solche Register dienen als wichtige Schnittstelle zwischen öffentlich zugänglichen AEDs, Notrufzentralen und First‑Responder‑Netzwerken. Eine hohe Registerqualität trägt wesentlich dazu bei, dass AEDs im Notfall schneller gefunden und effektiv eingesetzt werden können.

AED Pflicht Schweiz
Relevant sind branchenspezifische Anforderungen, Arbeitssicherheit, Versicherungen und Vorgaben von Behörden. Für Organisationen gilt eine Sorgfaltspflicht, die Risikoanalyse, Prävention und eine funktionierende Notfallorganisation umfasst.

In der Schweiz verpflichtet Artikel 36 der Verordnung 3 zum Arbeitsgesetz (ArGV 3) Arbeitgeber dazu, den Betrieb angemessen für Erste Hilfe auszurüsten. Umfang und Mittel richten sich nach Betriebsrisiken, Grösse und Erreichbarkeit der Rettungsdienste. Der Gesetzestext nennt keinen AED explizit, fordert jedoch, dass bei zeitkritischen Notfällen unverzüglich wirksame Erste Hilfe möglich sein muss. Da der Herz‑Kreislauf‑Stillstand eine der häufigsten Todesursachen in der Schweiz ist, gehören AED und entsprechende Schulungen aus fachlicher Sicht klar zu einer zeitgemässen Erfüllung dieser Pflicht.

International bestehen weitergehende Vorgaben
Frankreich: Pflicht zur Ausstattung mit AEDs besteht für bestimmte öffentlich zugängliche Einrichtungen (ERP) In der Schweiz ist der Einsatz von AEDs im betrieblichen Umfeld aktuell empfohlen, aber nicht explizit vorgeschrieben. Dennoch gilt ihre Einbindung in Notfallkonzepte als Best Practice, insbesondere zur Verkürzung der Zeit bis zur Defibrillation.

AED Überwachung / PlusTrac / AEDtrax
Monitoring‑Systeme wie PlusTrac oder AEDtrax überwachen automatisch Material und Selbsttests. Abweichungen werden gemeldet, Wartungsaufwände sinken und die Einsatzsicherheit steigt.
AED mieten
Mietlösungen beinhalten meist Gerät, Zubehör und auf Wunsch Einweisung. So bleibt die Versorgung auch bei kurzfristigem Bedarf gesichert.
Eintauschangebot
Ein Upgrade senkt Investitionskosten und stellt sicher, dass Ersatzteile, Batterie und Elektroden langfristig verfügbar bleiben.
BLS AED Kurs / BLS‑AED‑Kurs (SRC)
In den Kursen werden Notfallerkennung, korrekter Notruf, CPR‑Technik (Herzdruckmassage und Beatmung) sowie die sichere Anwendung eines AED praxisnah trainiert. Dies steigert die Sicherheit, Handlungskompetenz und Reaktionsgeschwindigkeit im Ernstfall.

In der Schweiz sind standardisierte SRC BLS‑AED‑Kurse etabliert, die je nach Bedarf in unterschiedlicher Dauer angeboten werden:

  • Komplettkurs (ca. 4 Std.) – umfassende Ausbildung
  • Kompaktkurs (ca. 2 Std.) – Auffrischung oder gezielte Schulung
  • Quick‑Kurs (ca. 1 Std.) – Kurztraining für Fokus auf Kernkompetenzen

Die Kurse können entweder in anerkannten Schulungszentren oder durch zertifizierte Instruktoren direkt vor Ort in Unternehmen, Organisationen oder Schulen durchgeführt werden. Es wird empfohlen, einen BLS‑AED‑Kurs alle zwei Jahre zu erneuern, um Wissen, Fertigkeiten und Sicherheit auf aktuellem Stand zu halten.

First Responder Rucksack
Er ermöglicht schnellen Transport und strukturierten Zugriff auf AED, Beatmungshilfen, Verbände und Zubehör – besonders für First Responder oder mobile Teams.
AED kaufen Schweiz / Defibrillator kaufen Schweiz
Wichtige Punkte: CE/MDR‑Konformität, einfache Bedienung, passende Elektroden/Batterien, Standortkonzept, Schulung und Service. Beratung hilft, eine Lösung zu wählen, die über die gesamte Lebensdauer betreut ist.
Überlebensstrategie des SRC (Nationale Überlebensstrategie bei Kreislaufstillstand)
Die «Nationale Überlebensstrategie bei Kreislaufstillstand» des Swiss Resuscitation Council (SRC) beschreibt, wie Gemeinden, Organisationen und Gesundheitswesen entlang der Überlebenskette besser vorbereiten, schneller alarmieren, CPR stärken und frühe Defibrillation ermöglichen. Sie dient als praxisnaher Orientierungsrahmen und verweist für Details auf Leitlinien/Fachpublikationen.
Vorgaben zur AED‑Abdeckung (SRC: «AED innerhalb von 5 Minuten»)
In der SRC‑Strategie wird als Ziel formuliert, dass bei ausserklinischem Kreislaufstillstand ein AED «innerhalb von 5 Minuten» zur Anwendung kommt. Praktisch bedeutet das: Standorte so wählen, dass der Defibrillator schnell erreichbar ist (Wege, Zugang 24/7, Signalisierung) – die benötigte Gerätezahl hängt von Gebäudegrösse, Publikum, Öffnungszeiten und Risiko ab. Die Flughafen Zürich AG hat ein 90 Sekunden Konzept umgesetzt aufgrund des hohen Perosnenfluss und der langen Öffnungszeiten.
Recall (Produktrückruf)
Bei einem Recall informiert der Hersteller (oder die zuständige Stelle) über ein mögliches Sicherheitsproblem. Für Betreiber heisst das: Seriennummer prüfen, Anweisungen befolgen (Update, Austausch, zusätzliche Kontrolle) und dokumentieren – damit der AED im Ernstfall zuverlässig bleibt.
End of Life (EOL) / Produktauslauf
Wenn ein AED oder Zubehör «End of Life» erreicht, werden Updates, Reparaturen oder Ersatzteile oft eingeschränkt. Für Organisationen ist das ein Signal, Upgrade‑ und Budgetplanung zu starten, bevor ein kritischer Ausfall entsteht.
Infarkt (Herzinfarkt)
Typische Warnzeichen sind z. B. Druck/Schmerz in der Brust, Ausstrahlung, Atemnot, Übelkeit oder kalter Schweiss. Wichtig: früh alarmieren (144), betroffene Person beruhigen und nicht selbst fahren. Ein Infarkt kann in einen Kreislaufstillstand übergehen – dann gilt: CPR + AED.
Schlaganfall
Warnzeichen können z. B. Gesichtslähmung, Armschwäche, Sprach-/Sprechprobleme oder plötzliche Sehstörung sein. Die wichtigste Massnahme für Laien ist schnelle Alarmierung (144) und genaue Beobachtung. Bei Bewusstlosigkeit mit normaler Atmung: stabile Seitenlage; bei fehlender/abnormaler Atmung: CPR + AED.
Seitenlage (stabile Seitenlage / Recovery Position)
Die Seitenlage wird genutzt, wenn jemand bewusstlos ist, aber normal atmet (z. B. nach einem Kollaps ohne Kreislaufstillstand). Wichtig: Atmung fortlaufend prüfen – bei abnormer/fehlender Atmung muss die Person auf den Rücken gedreht und mit Herzdruckmassage begonnen werden.
BLS AED (Basic Life Support mit AED)
BLS‑AED vermittelt den Standardablauf für Laien und Teams: Kreislaufstillstand erkennen, 144 alarmieren, sofortige CPR und so früh wie möglich AED anwenden. Ziel ist, Zeit bis zur Defibrillation zu verkürzen und die CPR‑Qualität hoch zu halten.
AED Beratung
Je nach Gebäude, Publikum und Risiko unterscheiden sich Anforderungen (Indoor/Outdoor, Sprache, Robustheit, Kinderoption, Zubehör). Gute Beratung berücksichtigt auch Zugriffszeiten, Signalisation, Verantwortlichkeiten und laufende Kosten (Batterie/Elektroden/Service).
Kinderreanimation (CPR bei Kindern)
Kinderreanimation unterscheidet sich v. a. durch den höheren Stellenwert der Beatmung. Wer paediatric‑BLS trainiert hat, wendet die kindgerechten Schritte an;
wer nur Erwachsenen‑BLS kennt, soll trotzdem CPR beginnen und den AED nutzen, sobald verfügbar.

Kinderreanimation (Paediatric BLS)
Die Kinderreanimation unterscheidet sich von der Erwachsenenreanimation vor allem durch den höheren Stellenwert der Beatmung, da Kreislaufstillstände bei Kindern häufig sekundär durch Sauerstoffmangel (Hypoxie) entstehen. Wer einen paediatric‑BLS‑Kurs absolviert hat, wendet die kindgerechten Schritte an. Personen, die nur Erwachsenen‑BLS kennen, sollen dennoch unverzüglich mit CPR beginnen und den AED einsetzen, sobald dieser verfügbar ist – dies ist ausdrücklich empfohlen.

Algorithmus Kinderreanimation gemäss SRC (PBLS‑AED‑SRC)

  • Sicherheit prüfen
  • Bewusstsein prüfen
  • Keine Reaktion → Hilfe rufen
  • Atemwege öffnen & Atmung prüfen
  • Normale Atmung → Seitenlage, überwachen
  • Keine oder abnormale Atmung → Reanimation starten 5 initiale Beatmungen durchführen
  • Brustkorb muss sich sichtbar heben
  • Thoraxkompressionen beginnen
  • Verhältnis: 15 : 2 (Kompression : Beatmung)
  • Frequenz: 100–120/min
  • Tiefe: ca. ⅓ des Thoraxdurchmessers
  • AED einsetzen, sobald verfügbar
  • Gerät einschalten, Elektroden aufkleben
  • Den Anweisungen des AED folgen
  • Reanimation fortsetzen, bis professionelle Hilfe übernimmt
  • Notruf 144
  • Falls kein Telefon verfügbar: ca. 1 Minute Reanimation, dann Hilfe holen
  • Bei mehreren Helfenden: parallel alarmieren

Dieser Algorithmus entspricht dem SRC BLS‑AED‑Standard mit kinderspezifischen Anpassungen, basierend auf den ERC‑Leitlinien für Paediatric Life Support.

Beatmung: 30/2 und 15/2
Für viele Laien gilt: 30:2 ist der Standard (oder «Hands‑only», wenn Beatmung nicht möglich ist). In pädiatrischen/klinischen Settings wird häufig 15:2 genutzt, um mehr Beatmungen zu geben. Entscheidend ist: Unterbrechungen kurz halten und überhaupt starten.
Taschenmaske (Pocket Mask)
Pocket Masks werden bei CPR genutzt, um Beatmungen sicherer zu geben. Sie reduzieren direkten Kontakt und helfen, eine bessere Abdichtung zu erreichen. Wichtig: Umgang vorher üben und Maske im Rescue‑Set griffbereit lagern. Zusätzlich bieten Pocket Masks einen hygienischen Schutz, da sie als Barriere wirken und das Risiko einer Übertragung von Bakterien oder anderen Krankheitserregern vom Patienten auf den Helfer verringern.
Ambubeutel (Beutel‑Maske / Bag‑Valve‑Mask)
Mit Beutel‑Maske‑Beatmung kann Sauerstoffbeatmung gegeben werden. Für Laien ist die Anwendung anspruchsvoller (Dichtung/Volumen/Timing). In Organisationen wird der Ambubeutel oft als Teil eines Notfallsets bereitgehalten und regelmässig trainiert.
Reanimationspuppe (Training‑Manikin)
Mit Trainingspuppen lassen sich Handposition, Tiefe/Frequenz und Team‑Abläufe üben. In vielen Kursen wird mit Feedback‑Systemen trainiert, damit Technik schnell besser wird und Hemmungen sinken. Zu den namhaften Herstellern gehören Laerdal Little Anne und Innosonian Brayden Puppen
Prävention (SRC Strategie)
Die SRC‑Überlebensstrategie erweitert die Überlebenskette um «Vermeiden» (Prävention). Dazu gehören Wissen über beeinflussbare Risikofaktoren (z. B. Herz‑Kreislauf‑Risiken), frühes Erkennen von Warnzeichen und niedrigschwellige Information – damit Notfälle gar nicht erst eintreten oder früher erkannt werden.
«It takes a system to save a life» (System‑Ansatz)
Statt nur ein Gerät zu kaufen, wirkt ein ganzes System: klare Prozesse, regelmässiges Training, Einsatzbereitschaft (Zubehör/Service), frühe Defibrillation, Daten‑Auswertung und kontinuierliche Verbesserung.

Hersteller wie ZOLL positionieren Lösungen über Public‑Access, Rettungsdienst und Spital hinweg – inkl. Zubehör‑ und Daten‑Ökosystem.

Ersthelfer
Ein Ersthelfer ist eine Person, die bei einem Unfall oder medizinischen Notfall als Erste Hilfe leistet. Häufig handelt es sich um Laienhelfer, also unbeteiligte Personen wie Passanten, Angehörige oder Kollegen, die zufällig vor Ort sind.

Innerhalb der Rettungskette übernimmt der Ersthelfer eine zentrale Rolle: Er erkennt die Notfallsituation, sorgt für die Alarmierung des Rettungsdienstes und beginnt mit grundlegenden Massnahmen der Ersten Hilfe. Dazu gehören unter anderem das Absichern der Unfallstelle, die Betreuung der betroffenen Person sowie – falls notwendig – lebensrettende Sofortmassnahmen wie Herz‑Lungen‑Wiederbelebung oder die Anwendung eines AED.

Internationale Leitlinien (z. B. ERC/AHA) betonen, dass in den meisten Notfällen nicht medizinisches Fachpersonal, sondern anwesende Laien die erste Hilfe leisten. Ihr schnelles Handeln überbrückt die Zeit bis zum Eintreffen professioneller Hilfe und kann entscheidend für das Überleben und den weiteren Verlauf sein.

First Responder
First Responder (engl. «Ersteintreffende») sind speziell geschulte Ersthelfer, die Teil eines organisierten Systems der präklinischen Notfallversorgung sind. Sie werden in vielen Regionen – etwa in der Schweiz – direkt durch die Notrufzentrale (144) alarmiert, um bei medizinischen Notfällen schnell vor Ort zu sein.

Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die Zeit bis zum Eintreffen des professionellen Rettungsdienstes zu überbruecken. Insbesondere bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand beginnen sie unverzueglich mit lebensrettenden Sofortmassnahmen wie Herzdruckmassage und – wenn verfuegbar – dem Einsatz eines automatisierten externen Defibrillators (AED).

First Responder sind häufig freiwillige oder ehrenamtliche Helfer mit zertifizierter Ausbildung (z. B. BLS-AED). Sie koennen aber auch zu organisierten Einheiten gehoeren und werden meist per App lokal alarmiert, sodass sie oft schneller am Einsatzort sind als der Rettungsdienst. Als feste Erweiterung der Rettungskette tragen sie entscheidend dazu bei, dass fruehe Hilfe geleistet wird und die Ueberlebenschancen von Betroffenen deutlich steigen.

Momentum Applikation
Momentum ist eine in der Schweiz eingesetzte First‑Responder‑App zur schnellen Alarmierung von Ersthelfern bei medizinischen Notfällen, insbesondere bei Herz‑Kreislauf‑Stillstand. Die App ist mit Notrufzentralen (144) vernetzt und alarmiert automatisch die am besten geeigneten Helfer in der Nähe. Dabei berücksichtigt sie Faktoren wie Standort, Verfügbarkeit und Anfahrtszeit. Ersthelfer erhalten alle relevanten Informationen direkt auf ihr Smartphone und werden per GPS zum Einsatzort oder zum nächstgelegenen AED navigiert. Momentum ist Teil moderner First‑Responder‑Systeme und verbessert die Reaktionszeit sowie die Überlebenschancen, indem es die Zeit bis zur ersten Hilfe deutlich verkürzt.
Notarzt
Ein Notarzt ist ein Arzt mit zusätzlicher Qualifikation in Notfallmedizin, der bei akuten, lebensbedrohlichen Erkrankungen oder schweren Verletzungen zum Einsatz kommt. Er wird durch die Notrufzentrale alarmiert und erreicht den Einsatzort meist mit speziellen Rettungsmitteln wie Notarzteinsatzfahrzeug oder Rettungshelikopter.

Seine Aufgabe ist die präklinische Versorgung von Patienten, also die medizinische Behandlung noch vor dem Eintreffen im Spital. Dabei arbeitet der Notarzt eng mit dem Rettungsdienst zusammen und übernimmt erweiterte diagnostische und therapeutische Massnahmen, die über die Möglichkeiten des nichtärztlichen Personals hinausgehen.

Zu den zentralen Aufgaben gehören das Stabilisieren der Vitalfunktionen (z. B. Atmung und Kreislauf), die Behandlung akuter Zustände sowie die Vorbereitung und Begleitung des Transports in eine geeignete medizinische Einrichtung. Ziel ist es, lebensbedrohliche Situationen frühzeitig zu kontrollieren, Folgeschaeden zu vermeiden und die Ueberlebenschancen der Patienten zu verbessern

Rettungsdienst
Der Rettungsdienst umfasst alle Einrichtungen und Massnahmen zur präklinischen Notfallversorgung von erkrankten oder verletzten Personen. Er ist rund um die Uhr verfügbar und wird über Notrufnummern alarmiert. Zu seinen Aufgaben gehören die medizinische Erstversorgung am Einsatzort, die Stabilisierung der Patienten sowie – falls erforderlich – der Transport in eine geeignete medizinische Einrichtung. Dabei arbeiten ausgebildete Fachpersonen und, je nach Situation, auch Notärzte zusammen. Der Rettungsdienst ist ein zentrales Element der Rettungskette und stellt sicher, dass Betroffene rasch professionelle Hilfe erhalten.
Rettungssanitäter
Rettungssanitäter sind speziell ausgebildete Fachpersonen im Rettungsdienst, die für die präklinische Notfallversorgung von Patienten verantwortlich sind. Sie beurteilen den Zustand von Betroffenen, leiten notwendige medizinische Massnahmen ein und organisieren den Transport in eine geeignete Klinik.

In der Schweiz (dipl. Rettungssanitäter HF) übernehmen sie eine besonders zentrale Rolle: Sie arbeiten weitgehend eigenständig, führen Einsätze aller Dringlichkeitsstufen und tragen die Verantwortung für die medizinische Versorgung vor Ort sowie während des Transports. Im internationalen Vergleich verfügen Rettungssanitäter in der Schweiz oft über erweiterte Kompetenzen und eine umfassendere Ausbildung (mehrjährige, strukturierte Höhere Fachausbildung). Dadurch können sie viele Massnahmen selbstständig durchführen, die in anderen Ländern teilweise Ärzten oder höher qualifizierten Paramedics vorbehalten sind.

Sie sind ein zentrales Element der Rettungskette und gewährleisten gemeinsam mit Notärzten eine professionelle Versorgung von Notfallpatienten ausserhalb des Spitals.

Notfall
Ein Notfall bezeichnet eine plötzlich auftretende Situation, in der eine unmittelbare Gefährdung für Leben, Gesundheit oder Sicherheit besteht. Im medizinischen Kontext liegt ein Notfall vor, wenn ohne rasche Hilfeleistung schwere gesundheitliche Schäden oder der Tod drohen. Typisch für medizinische Notfälle ist eine akute Störung lebenswichtiger Funktionen wie Bewusstsein, Atmung oder Kreislauf. Ursachen können Krankheiten, Unfälle oder Vergiftungen sein. Da Notfälle meist unvorhersehbar sind und sich schnell verschlechtern können, ist ein sofortiges Eingreifen entscheidend. Dazu gehören das Absetzen des Notrufs und das Einleiten von Erste‑Hilfe‑Massnahmen, bis professionelle Hilfe eintrifft.
Spital
Ein Spital (Krankenhaus) ist eine Einrichtung des Gesundheitswesens, in der Patienten bei Krankheiten, Verletzungen oder Notfällen medizinisch untersucht, behandelt und gepflegt werden. Es umfasst sowohl stationäre als auch häufig ambulante Leistungen und arbeitet mit spezialisierten Fachpersonen und moderner Medizintechnik.

In der Schweiz ist das Spitalwesen ein zentraler Bestandteil der Gesundheitsversorgung. Gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) existieren aktuell rund 270 Spitäler und Kliniken, darunter allgemeine Krankenhäuser sowie spezialisierte Einrichtungen wie psychiatrische oder Rehabilitationskliniken. Spitäler sichern die weiterführende Behandlung nach der Erstversorgung durch den Rettungsdienst und sind ein wesentliches Element der gesamten Versorgungskette.

Bystander
Als Bystander (engl. «Zuschauer» oder «anwesende Person») bezeichnet man eine Person, die zufällig Zeuge eines medizinischen Notfalls wird und nicht zu einem organisierten Rettungsdienst gehört. Im Kontext der Wiederbelebung sind Bystander häufig die ersten Personen vor Ort. Sie erkennen die Situation, alarmieren den Rettungsdienst und beginnen – wenn möglich – mit einfachen lebensrettenden Massnahmen wie Herzdruckmassage oder dem Einsatz eines AED.

Internationale Leitlinien betonen die entscheidende Rolle von Bystandern: Eine früh begonnene Wiederbelebung durch anwesende Laien kann die Ueberlebenschancen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand deutlich verbessern. In der Praxis wird der Begriff «Bystander» oft synonym zu «Laienhelfer» verwendet und beschreibt damit einen zentralen Bestandteil der Rettungskette ausserhalb professioneller Strukturen.

Präklinischer Fachspezialist
Präklinische Fachspezialisten (PFS) sind erfahrene Rettungssanitäter mit zusätzlichen Kompetenzen für weniger dringliche Einsätze. Sie beurteilen Patienten vor Ort, behandeln sie und organisieren bei Bedarf alternative Versorgungswege, ohne zwingend einen Transport ins Spital. Ziel ist es, unnötige Hospitalisationen zu vermeiden und die Notfallversorgung effizient zu ergänzen
SRC
Das Swiss Resuscitation Council (SRC) ist die nationale Fachorganisation für Wiederbelebung in der Schweiz. Ihr Ziel ist es, die Qualität der Herzdruckmassage und Reanimation (CPR) zu verbessern und damit Leben zu retten. Das SRC entwickelt und publiziert evidenzbasierte Richtlinien, abgestimmt mit internationalen Organisationen (z. B. ERC), und sorgt für einheitliche Standards in Ausbildung und Anwendung von Wiederbelebungsmassnahmen. Zudem zertifiziert das SRC Schulungsanbieter und Kurse (z. B. BLS‑AED), fördert die Verbreitung der Rettungskette und koordiniert Reanimationsaktivitäten innerhalb der Schweiz.
ERC
Der European Resuscitation Council (ERC) ist eine europäische Fachgesellschaft, die sich der Verbesserung der Wiederbelebung (Reanimation) widmet. Ihr Ziel ist es, durch bessere Standards und Ausbildung mehr Leben zu retten.

Der ERC entwickelt evidenzbasierte Leitlinien für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Stillständen und anderen lebensbedrohlichen Notfällen. Diese Richtlinien basieren auf internationalen wissenschaftlichen Erkenntnissen (u. a. ILCOR) und werden regelmässig aktualisiert.

Die Empfehlungen des ERC bilden die Grundlage für Ausbildung, klinische Praxis und Organisation der Reanimation in Europa und beeinflussen auch nationale Organisationen wie das SRC.

AHA
Die American Heart Association (AHA) ist eine weltweit tätige Non-Profit-Organisation mit Schwerpunkt auf Herz‑Kreislauf-Erkrankungen, Notfallmedizin und Wiederbelebung. Ihr Ziel ist es, die Gesundheit zu verbessern und Leben zu retten.

Die AHA entwickelt evidenzbasierte Leitlinien für die kardiopulmonale Reanimation (CPR) und die kardiovaskuläre Notfallversorgung (ECC). Diese Richtlinien basieren auf internationalen wissenschaftlichen Erkenntnissen und werden regelmässig aktualisiert.

Darüber hinaus ist die AHA führend in der Ausbildung von Fachpersonen und Laien (z. B. CPR‑ und AED‑Kurse) und spielt eine zentrale Rolle in der internationalen Zusammenarbeit, etwa im Rahmen von ILCOR. Die Empfehlungen der AHA prägen weltweit die Reanimationspraxis und bilden zusammen mit dem ERC die Grundlage für viele nationale Standards, auch in Europa und der Schweiz.

ILCOR
Das International Liaison Committee on Resuscitation (ILCOR) ist ein weltweiter Zusammenschluss führender Organisationen im Bereich Wiederbelebung. Es wurde 1992 gegründet, um die internationale Zusammenarbeit zu fördern und wissenschaftliche Erkenntnisse zu bündeln.

ILCOR bewertet systematisch die aktuelle Forschung zu Reanimation und Notfallversorgung und erarbeitet daraus einen internationalen wissenschaftlichen Konsens («Consensus on Science with Treatment Recommendations», CoSTR). Diese Empfehlungen dienen als Grundlage für die Leitlinien von Organisationen wie der AHA, dem ERC oder dem SRC und tragen zur Vereinheitlichung der Wiederbelebung weltweit bei.

Ziel von ILCOR ist es, durch evidenzbasierte Standards die Qualität der Reanimation global zu verbessern und mehr Menschenleben zu retten.

Chain of Survival
Die Chain of Survival (Überlebenskette) ist ein Konzept, das die entscheidenden Schritte zur Verbesserung der Überlebenschancen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand beschreibt. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf und ist für den Erfolg der Wiederbelebung zentral.

Typische Glieder sind: frühes Erkennen des Notfalls und Absetzen des Notrufs, sofortige Herzdruckmassage (CPR), rasche Defibrillation mit einem AED sowie die weiterführende Behandlung durch den Rettungsdienst und im Spital.

Internationale Leitlinien (z. B. ERC, AHA) betonen, dass besonders die ersten Minuten entscheidend sind und Laienhelfer eine zentrale Rolle spielen. Je schneller die einzelnen Massnahmen erfolgen, desto höher sind die Überlebens‑ und Genesungschancen.

SwissReca
SWISSRECA (Swiss Registry of Cardiac Arrest) ist das nationale Reanimationsregister der Schweiz. Es erfasst systematisch ausserklinische Herz‑Kreislauf‑Stillstände (OHCA) und dokumentiert den gesamten Ablauf – von Ersthelfern über den Rettungsdienst bis zur Spitalbehandlung. [sgi-ssmi.ch], [img.fmh.ch] Die erhobenen Daten dienen dazu, die Qualität der Versorgung zu analysieren, die Rettungskette zu verbessern und gezielte Massnahmen zur Steigerung der Überlebenschancen umzusetzen. [144.ch] SWISSRECA wird vom Interverband für Rettungswesen (IVR) betrieben und in Zusammenarbeit mit dem Swiss Resuscitation Council (SRC) wissenschaftlich ausgewertet.
Utstein
Der Utstein‑Style ist ein international anerkannter Standard zur strukturierten Erfassung und Auswertung von Daten bei Herz‑Kreislauf‑Stillständen und Reanimationen. Er definiert einheitliche Begriffe, Zeitpunkte und Messgrössen entlang der gesamten Rettungskette – von Ersthelfern über Rettungsdienst bis zur Spitalbehandlung. Dadurch können Ergebnisse zwischen Regionen und Systemen zuverlässig verglichen werden. Der Standard bildet die Grundlage für nationale Register wie SWISSRECA und ist zentral für Qualitätssicherung, Forschung und Weiterentwicklung der Reanimationsversorgung.
OHCA
OHCA (Out‑of‑Hospital Cardiac Arrest) bezeichnet einen Herz‑Kreislauf‑Stillstand, der ausserhalb eines Spitals auftritt, z. B. zu Hause oder im öffentlichen Raum. Da professionelle Hilfe oft erst nach einigen Minuten eintrifft, sind frühes Erkennen, sofortiger Notruf sowie rasche Herzdruckmassage und AED‑Einsatz durch Ersthelfer entscheidend für das Überleben. OHCA ist eines der zeitkritischsten Notfallbilder und steht im Zentrum von Programmen zur Verbesserung der Rettungskette (z. B. First Responder, SWISSRECA).
IHCA
IHCA (In‑Hospital Cardiac Arrest) beschreibt einen Herz‑Kreislauf‑Stillstand, der innerhalb eines Spitals auftritt. Im Gegensatz zum OHCA ist geschultes Personal sowie medizinische Infrastruktur unmittelbar verfügbar, sodass Reanimationsmassnahmen meist schneller eingeleitet werden können. Die Abläufe sind standardisiert (z. B. Notfallteams), um die Überlebenschancen durch rasche Diagnostik und Therapie zu maximieren.
IVR
Der Interverband für Rettungswesen (IVR) ist die zentrale Fachorganisation für das Rettungswesen in der Schweiz. Er legt landesweite Standards für Ausbildung, Organisation und Qualität im Rettungsdienst fest und zertifiziert Rettungsdienste sowie Notrufzentralen. Der IVR fördert die Zusammenarbeit aller Beteiligten der Rettungskette und trägt zur kontinuierlichen Verbesserung der präklinischen Notfallversorgung bei.
ABCDE‑Schema
Das ABCDE‑Schema ist ein international etabliertes Vorgehen zur systematischen Versorgung von Notfallpatienten nach Prioritäten.

Es steht für:
A – Airway (Atemwege sichern)
B – Breathing (Atmung beurteilen)
C – Circulation (Kreislauf stabilisieren)
D – Disability (neurologischer Zustand)
E – Exposure (Gesamtsituation / Untersuchung)

Ziel ist es, lebensbedrohliche Probleme früh zu erkennen und sofort zu behandeln – von Ersthelfern bis hin zum Rettungsdienst und Spitalpersonal.

CAB‑Schema
Das CAB‑Schema ist ein Vorgehen bei der Reanimation, bei dem die Priorität auf die sofortige Herzdruckmassage gelegt wird

Es steht für:

  • C – Circulation (Herzdruckmassage)
  • A – Airway (Atemwege freimachen)
  • B – Breathing (Beatmung)

Im Gegensatz zum klassischen ABC‑Schema beginnt die Reanimation direkt mit der Herzdruckmassage, um die Durchblutung von Gehirn und Herz möglichst schnell sicherzustellen. Das CAB‑Schema wird insbesondere in den aktuellen Leitlinien (z. B. AHA) für die Basisreanimation empfohlen und ist ein zentraler Bestandteil moderner CPR‑Konzepte.

Kammerflimmern
Kammerflimmern (Ventricular Fibrillation, VF) ist eine schwere Herzrhythmusstörung, bei der die Herzkammern unkoordiniert und sehr schnell zucken, anstatt effektiv zu pumpen. Dadurch kommt es zu einem sofortigen Kreislaufstillstand. Ohne sofortige Behandlung führt Kammerflimmern rasch zum Tod.

Die wichtigste Massnahme ist die schnelle Defibrillation mit einem AED, kombiniert mit Herzdruckmassage. VF gehört zu den sogenannten schockbaren Rhythmen.

Ventricular Fibrillation
Ventricular Fibrillation (VF) ist der englische Fachbegriff für Kammerflimmern. Dabei handelt es sich um eine akute, lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung mit chaotischer elektrischer Aktivität der Herzkammern. VF führt unmittelbar zu einem Ausfall der Blutpumpfunktion und ist eine der häufigsten Ursachen für plötzlichen Herztod. Die Behandlung erfolgt durch sofortige Defibrillation sowie begleitende Reanimation gemäss aktuellen Leitlinien.
Arrhythmie (Herzrhythmusstörung)
Eine Arrhythmie bezeichnet jede Abweichung vom normalen Herzrhythmus. Das Herz kann dabei zu schnell, zu langsam oder unregelmässig schlagen. Einige Arrhythmien sind harmlos, andere – wie Kammerflimmern – können lebensbedrohlich sein und zu einem Herz‑Kreislauf‑Stillstand führen. Das frühzeitige Erkennen und die richtige Behandlung sind entscheidend, insbesondere bei schweren Formen im Notfall.
PEA (Pulslose elektrische Aktivität)
PEA (pulslose elektrische Aktivität) liegt vor, wenn im EKG elektrische Aktivität des Herzens sichtbar ist, aber kein effektiver Herzschlag und somit kein Puls vorhanden ist. Es besteht ein Kreislaufstillstand, obwohl das Herz scheinbar aktiv ist. Die Behandlung erfolgt durch sofortige Herzdruckmassage und Ursachenbehebung (z. B. Sauerstoffmangel, Blutverlust). Ein AED wird bei PEA keinen Schock empfehlen. PEA ist kein schockbarer Rhythmus.
Hypoxie
Hypoxie bezeichnet einen Sauerstoffmangel im Körpergewebe. Besonders empfindlich sind Gehirn und Herz, die schon nach wenigen Minuten ohne Sauerstoff geschädigt werden. Ursachen sind z. B. Atemstillstand, Erstickung oder schwere Lungenerkrankungen. Hypoxie ist eine der wichtigsten reversiblen Ursachen eines Herz‑Kreislauf‑Stillstands und muss im Notfall rasch behandelt werden.
Ischämie
Ischämie bezeichnet eine unzureichende Durchblutung eines Gewebes, wodurch Sauerstoff und Nährstoffe fehlen. Je nach Dauer kann dies zu bleibenden Schäden oder zum Absterben von Gewebe führen, z. B. beim Herzinfarkt oder Schlaganfall. Im Notfall ist die schnelle Wiederherstellung der Durchblutung entscheidend, um schwere Folgeschäden zu verhindern.
BLS (Basic Life Support / Basisreanimation)
BLS (Basic Life Support) bezeichnet die grundlegenden Massnahmen zur Wiederbelebung bei einem Herz‑Kreislauf‑Stillstand. Dazu gehören das Erkennen des Notfalls, das Absetzen des Notrufs, die Herzdruckmassage sowie der Einsatz eines AED.

Diese Massnahmen können von Laien und Ersthelfern durchgeführt werden und sind entscheidend, um die Durchblutung von Gehirn und Herz bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes aufrechtzuerhalten. BLS ist ein zentraler Bestandteil der Rettungskette und erhöht die Überlebenschancen erheblich.

ALS (Advanced Life Support)
ALS (Advanced Life Support) bezeichnet die erweiterten Massnahmen der Wiederbelebung, die durch medizinisches Fachpersonal durchgeführt werden. Dazu gehören unter anderem Atemwegssicherung, Medikamentengabe, erweiterte Diagnostik sowie die Behandlung der Ursachen eines Herz‑Kreislauf‑Stillstands. ALS baut auf dem BLS auf und ist ein wichtiger Schritt in der professionellen Versorgung im Rettungsdienst und im Spital.
HQCPR (High‑Quality CPR)
HQCPR (High‑Quality CPR) bezeichnet eine besonders hochwertige Durchführung der Wiederbelebung mit Fokus auf effektive Herzdruckmassage und minimale Unterbrechungen. Zentrale Elemente sind ausreichende Drucktiefe und Frequenz, vollständige Entlastung des Brustkorbs sowie kontinuierliche Kompressionen mit möglichst wenigen Pausen. Ziel von HQCPR ist es, eine konstante Durchblutung von Gehirn und Herz sicherzustellen und damit die Überlebenschancen bei einem Herz‑Kreislauf‑Stillstand deutlich zu erhöhen.

Moderne Hilfsmittel können die Qualität zusätzlich verbessern: Viele AEDs verfügen über integriertes CPR‑Feedback und geben in Echtzeit Rückmeldungen zu Drucktiefe, Frequenz und Entlastung. Dadurch wird die Reanimation standardisiert und für Ersthelfer wie auch Fachpersonal messbar optimiert. Der Begriff wird vor allem im Training, Qualitätsmanagement und in modernen Reanimationskonzepten verwendet und gilt als entscheidender Erfolgsfaktor innerhalb der Rettungskette.

Herzstillstand (Herz‑Kreislauf‑Stillstand)
Ein Herzstillstand (Herz‑Kreislauf‑Stillstand) liegt vor, wenn das Herz plötzlich aufhört zu schlagen und kein Blut mehr durch den Körper pumpt. Betroffene verlieren sofort das Bewusstsein und atmen nicht normal. Ohne rasche Hilfe kommt es innerhalb weniger Minuten zu schweren Hirnschäden oder zum Tod. Die wichtigsten Massnahmen sind sofortiger Notruf, Herzdruckmassage und der Einsatz eines AED. Ein schneller Beginn der Wiederbelebung ist entscheidend für das Überleben.
Defibrillation
Die Defibrillation ist eine zentrale Massnahme bei bestimmten Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern. Dabei wird ein kontrollierter elektrischer Schock abgegeben, um die ungeordnete elektrische Aktivität des Herzens zu beenden. Ziel ist es, dem Herzen zu ermöglichen, wieder einen normalen Rhythmus aufzunehmen. Die Defibrillation erfolgt mit einem AED oder professionellen Geräten und sollte so früh wie möglich durchgeführt werden, da jede Minute entscheidend ist.
Wiederbelebung (Reanimation / CPR)
Die Wiederbelebung (Reanimation, CPR) umfasst alle Massnahmen zur Wiederherstellung oder Aufrechterhaltung der lebenswichtigen Funktionen bei einem Herzstillstand. Zentrale Bestandteile sind die Herzdruckmassage und – je nach Ausbildung – die Beatmung sowie der Einsatz eines AED. Ziel ist es, die Versorgung von Gehirn und Organen mit Sauerstoff aufrechtzuerhalten, bis das Herz wieder selbstständig schlägt oder professionelle Hilfe übernimmt.
Erste Hilfe
Erste Hilfe umfasst alle grundlegenden Massnahmen, die bei einem Unfall oder medizinischen Notfall sofort durchgeführt werden können. Dazu gehören unter anderem das Absichern der Situation, das Absetzen des Notrufs sowie einfache lebensrettende Massnahmen wie Herzdruckmassage oder stabile Seitenlage. Erste Hilfe kann von jeder Person geleistet werden und ist ein zentraler Bestandteil der Rettungskette.
AED Einsatz
Der AED Einsatz beschreibt die Anwendung eines automatisierten externen Defibrillators bei einem Herz‑Kreislauf‑Stillstand.

Der AED analysiert selbstständig den Herzrhythmus und gibt, wenn nötig, einen Schock ab. Gleichzeitig leitet er die Anwender Schritt für Schritt durch die Reanimation. AEDs sind einfach zu bedienen und für Laien geeignet. In Kombination mit Herzdruckmassage erhöhen sie die Überlebenschancen deutlich.

ROSC
ROSC (Return of Spontaneous Circulation) bezeichnet das Wiederauftreten eines spontanen Kreislaufs nach einem Herz‑Kreislauf‑Stillstand. Dies bedeutet, dass das Herz wieder eigenständig schlägt und ein messbarer Puls vorhanden ist. ROSC ist ein zentrales Ziel der Reanimation und ein wichtiger Meilenstein für das Überleben. Danach folgt die weiterführende Behandlung im Rettungsdienst oder Spital.
Schockbarer Rhythmus
Ein schockbarer Rhythmus ist eine Herzrhythmusstörung, bei der eine Defibrillation sinnvoll und wirksam ist. Dazu gehören vor allem Kammerflimmern (VF) und pulslose ventrikuläre Tachykardie (pVT). In diesen Fällen kann ein AED einen elektrischen Schock abgeben, um den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen. Schnelles Handeln ist entscheidend für den Erfolg.
Schockabgabe
Die Schockabgabe bezeichnet die Abgabe eines elektrischen Impulses durch einen Defibrillator (z. B. AED). Sie wird eingesetzt, um gefährliche Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern zu beenden und dem Herzen die Chance zu geben, wieder einen normalen Rhythmus aufzunehmen. Nach der Schockabgabe wird die Herzdruckmassage sofort fortgesetzt, um die Durchblutung sicherzustellen.
Nicht schockbarer Rhythmus
Ein nicht schockbarer Rhythmus liegt vor, wenn eine Defibrillation keinen Nutzen bringt. Dazu gehören insbesondere Asystolie (Stillstand der elektrischen Aktivität) und PEA. In diesen Fällen steht die sofortige Herzdruckmassage sowie die Behandlung der zugrunde liegenden Ursachen im Vordergrund. Das frühzeitige Erkennen ist wichtig, da sich die Therapie von schockbaren Rhythmen deutlich unterscheidet.
CPR-Feedback
CPR‑Feedback bezeichnet technische Unterstützungssysteme, die während der Reanimation Rückmeldungen zur Qualität der Herzdruckmassage geben. Moderne AEDs oder spezielle Geräte messen Parameter wie Drucktiefe, Frequenz und Entlastung und geben direkte Anweisungen zur Optimierung. Dadurch kann die Qualität der CPR verbessert und standardisiert werden, was nachweislich die Erfolgschancen erhöht.
Bradykargie
Bradykardie ist eine Form der Herzrhythmusstörung, bei der das Herz langsamer als normal schlägt (typischerweise unter 60 Schlägen pro Minute). Sie kann bei gesunden Personen (z. B. Sportlern) normal sein, aber auch durch Erkrankungen oder Störungen des Reizleitungssystems verursacht werden. Bei ausgeprägter Bradykardie kann es zu Schwindel, Bewusstlosigkeit oder Kreislaufproblemen kommen, die eine medizinische Behandlung erfordern.
Tachykardie
Tachykardie ist eine Herzrhythmusstörung, bei der das Herz schneller als normal schlägt (typischerweise über 100 Schläge pro Minute). Sie kann physiologisch sein (z. B. bei Stress oder Sport) oder krankhaft auftreten, etwa bei Herzrhythmusstörungen. Bestimmte Formen, wie die pulslose ventrikuläre Tachykardie, können lebensbedrohlich sein und einen Herz‑Kreislauf‑Stillstand verursachen.
Time to shock
«Time to shock» beschreibt die Zeitspanne zwischen dem Eintritt eines Herz‑Kreislauf‑Stillstands und der ersten Schockabgabe durch einen Defibrillator. Je kürzer diese Zeit ist, desto höher sind die Überlebenschancen. Mit jeder Minute ohne Defibrillation sinkt die Erfolgschance deutlich. Die Optimierung dieser Zeit ist ein zentrales Ziel von AED‑Strategien und First‑Responder‑Systemen.
prä-schock pause / phase
Die prä‑Schock‑Pause bezeichnet den Zeitraum vor der Defibrillation, in dem die Herzdruckmassage unterbrochen wird, z. B. zur Rhythmusanalyse oder Vorbereitung der Schockabgabe. Lange Unterbrechungen verschlechtern die Durchblutung und damit die Erfolgschancen der Reanimation. Ziel moderner Reanimationsstrategien ist es, diese Phase auf ein Minimum zu reduzieren (unter 5 Sekunden)
post-schock pause / phase
Die post‑Schock‑Pause ist die Zeit nach einer Schockabgabe, in der keine Herzdruckmassage erfolgt. Gemäss aktuellen Empfehlungen soll die Herzdruckmassage unmittelbar nach der Defibrillation wieder aufgenommen werden, ohne Puls‑ oder Rhythmuskontrolle. Kurze oder vermiedene Pausen verbessern die Durchblutung und erhöhen die Erfolgschancen der Reanimation.
Biphasischer Impuls
Ein biphasischer Impuls ist die heute übliche Form der Defibrillation bei AEDs. Dabei wird der elektrische Strom in zwei aufeinanderfolgenden Phasen durch das Herz geleitet. Diese Technik ist effizienter als ältere monophasische Impulse und benötigt geringere Energie bei gleichzeitig höherer Erfolgsrate. Biphasische Defibrillatoren sind heute Standard in der präklinischen und klinischen Notfallversorgung.
Vfib (Ventricular Fibrillation)
VFib (Ventricular Fibrillation) ist die englische Abkürzung für Kammerflimmern. Dabei kommt es zu einer ungeordneten elektrischen Aktivität der Herzkammern, wodurch das Herz kein Blut mehr pumpt. Dies führt unmittelbar zu einem Herz‑Kreislauf‑Stillstand. VFib ist eine der häufigsten Ursachen für plötzlichen Herztod. Die wichtigste Behandlung ist die schnelle Defibrillation mit einem AED, kombiniert mit kontinuierlicher Herzdruckmassage. VFib gehört zu den schockbaren Rhythmen.
NSR (Normal Sinus Rhythm)
NSR (Normal Sinus Rhythm) beschreibt den normalen, gesunden Herzrhythmus. Dieser wird vom Sinusknoten im Herzen gesteuert und sorgt für eine regelmässige und koordinierte Pumpfunktion. Im EKG zeigt sich ein gleichmässiger Rhythmus mit normaler Frequenz. Ein NSR bedeutet, dass keine akute Herzrhythmusstörung vorliegt und das Herz effektiv Blut durch den Körper pumpt.
Drucktiefe
Die Drucktiefe ist ein zentales Qualitätsmerkmal der Herzdruckmassage bei der Reanimation. Sie gibt an, wie tief der Brustkorb bei jeder Kompression eingedrückt wird. Eine ausreichende Tiefe ist notwendig, um einen effektiven Blutfluss zu erzeugen und die Organe mit Sauerstoff zu versorgen. Zu geringe Drucktiefe führt zu unzureichender Durchblutung, während eine korrekte Technik die Erfolgschancen der Reanimation deutlich verbessert.
Druckfrequenz
Die Druckfrequenz gibt an, wie viele Kompressionen pro Minute bei der Herzdruckmassage durchgeführt werden. Eine gleichmässige und ausreichend hohe Frequenz ist entscheidend, um den Blutfluss zu Gehirn und Herz aufrechtzuerhalten. Zu langsame oder unregelmässige Kompressionen reduzieren die Wirksamkeit der Reanimation erheblich.
Entlastung (vollständige Entlastung des Brustkorbs)
Die Entlastung beschreibt das vollständige Zurückfedern des Brustkorbs nach jeder Herzdruckmassage. Sie ist entscheidend, damit sich das Herz wieder mit Blut füllen kann. Eine unvollständige Entlastung reduziert den venösen Rückfluss und verschlechtert die Durchblutung. Eine korrekte Reanimation kombiniert ausreichende Drucktiefe, passende Frequenz und vollständige Entlastung in jedem Zyklus.
Unterbruchsfreie Kompression
Unterbruchsfreie Kompression beschreibt die kontinuierliche Durchführung der Herzdruckmassage mit möglichst wenigen und kurzen Unterbrechungen. Jede Pause führt zu einem schnellen Abfall des Blutdrucks und reduziert die Versorgung von Gehirn und Herz. Daher ist es entscheidend, Unterbrechungen auf ein Minimum zu begrenzen, insbesondere vor und nach Defibrillation.
Beatmung
Die Beatmung ist ein Bestandteil der Wiederbelebung und dient dazu, Sauerstoff in die Lungen und damit in den Kreislauf zu bringen. Sie kann als Mund‑zu‑Mund‑Beatmung, Mund zu Nase oder mit Hilfsmitteln erfolgen und ergänzt die Herzdruckmassage. In vielen Situationen steht die kontinuierliche Herzdruckmassage im Vordergrund, insbesondere wenn keine Beatmung möglich ist.
Reanimationszyklus
Ein Reanimationszyklus beschreibt die strukturierte Wiederholung von Kompressionen und Beatmung während der Reanimation. Typischerweise besteht ein Zyklus aus mehreren Kompressionen gefolgt von Beatmungen, bevor die Abfolge erneut beginnt. Diese Struktur sorgt für ein standardisiertes Vorgehen und hilft, die Qualität der Reanimation aufrechtzuerhalten.
Wechsel der Helfer
Der Wechsel der Helfer ist ein wichtiger Bestandteil einer qualitativ hochwertigen Reanimation. Da die Herzdruckmassage körperlich anstrengend ist, nimmt die Qualität mit der Zeit ab. Deshalb sollten Helfer regelmässig wechseln. Ein gut koordinierter Wechsel erfolgt möglichst ohne Unterbrechung der Kompressionen, um die Durchblutung konstant aufrechtzuerhalten.

info@aed.ch

Gerne beantworten wir
Ihre Fragen und Anliegen.

FAQ

Hier finden Sie Antworten auf
die häufigsten Fragen.

+41 52 368 60 00

Unsere Fachexperten helfen
Ihnen weiter.

Online Anfragen

Wir haben ein Online-Formular für Sie vorbereitet.

Cookie-Hinweis
Diese Webseite verwendet Technologien wie Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen, die Benutzerfreundlichkeit und das Angebot zu verbessern und die Leistung der Website zu messen und verbessern zu können.
Funktional
Immer aktiv
Die funktionellen Technologien sind erforderlich, um die Kernfunktionalität und das Basis-Benutzererlebnis der Website gewährleisten zu können.
Statistiken
Die statistischen Technologien ermöglichen es, die Nutzung der Website zu analysieren, um die Leistung messen und verbessern zu können.
Cookie-Hinweis
powered by webEdition CMS